Bulgarischer “Hotelbär” Monti von VIER PFOTEN gerettet!
Die Tatsache, dass der bulgarische Bär Monti den Großteil seiner anderthalb Lebensjahre in einem Hotel verbracht hat, bedeutet nicht, dass es ein luxuriöses Leben war – ganz im Gegenteil. Ein kleiner, 9 m² großer Verschlag, in dem das schnell wachsende Wildtier eingesperrt war, war sein ganzer, kläglicher und völlig unakzeptabler Lebensraum. Als er von VIER PFOTEN Mitarbeitern entdeckt wurde, alarmierten diese die Behörden und bereiteten Montis Konfiszierung und seine Überführung in den TANZBÄRENPARK Belitsa vor. Ein Expertenteam aus Tierärzten und Bärenpflegern konnte ihn bereits drei Tage nach seiner Zufallsentdeckung abholen. Nun ist das junge Tier dabei zu lernen, wie es ist, ein Bär zu sein: er lebt sich im größten Bärenrefugium von VIER PFOTEN ein.
Sobald er in sein Areal entlassen wurde, begann Monti die unbekannte Umwelt in sich aufzunehmen – ebenso die Geräusche und Gerüche seiner Artgenossen. 26 weitere Bären leben im TANZBÄRENPARK Belitsa; die meisten von ihnen sind Tiere, die für den Einsatz als Tanzbär abgerichtet wurden – eine brutale und schmerzhafte Tradition, der 2007 von VIER PFOTEN ein Ende gesetzt wurde. Wie alle Neuankömmlinge wird Monti seine Anfangszeit in einem kleineren Areal verbringen, das sich in der Nähe des Hauptgebäudes befindet. Dies macht es einfacher, seine Entwicklung zu beobachten. Im Moment gibt er sich zunehmend selbstbewusst und isst gut. Beides sind hervorragende Zeichen dafür, dass seine Gesundheit von den grausamen Lebensbedingungen, in denen er aufwachsen musste, nicht irreparabel geschädigt wurde. Er wird wohl noch vor dem Winter in ein größeres Areal mit anderen Bären entlassen werden können.
Eine Wachstumsbranche: die bulgarische Jagdindustrie
Eine Frage, die immer noch unbeantwortet ist, ist wie das Hotel überhaupt in den Besitz des Tieres kam. Obwohl Bulgarien über ein sehr gutes Tierschutzgesetz verfügt ist dessen Umsetzung immer noch freiwillig und Tierquälerei noch nicht als strafbare Handlung eingestuft. Er könnte von einem windigen Zoo verkauft worden sein, doch wahrscheinlicher ist, dass er gefangen und feilgeboten wurde, nachdem seine Mutter von Jägern getötet wurde. Mehr als 300.000 Bulgaren besitzen einen Jagdschein, obwohl das Hauptproblem die inflationäre Jagdindustrie bleibt, die vor allem ausländische Touristen aus Deutschland, Österreich, Italien und Griechenland anzieht. Obwohl wild lebende Bären unter Artenschutz stehen, zahlen illegale Trophäenjäger bis zu € 30.000 für die Gelegenheit, einen männliche Braunbären zu erschießen. Immerhin ist Montis Zukunft gesichert. Da er in Gefangenschaft aufwuchs, kann er nicht mehr ausgewildert warden. Er wird aber die bestmögliche Fürsorge erhalten und einen weitläufigen natürlichen Lebensraum zu Verfügung haben: im TANZBÄRENPARK Belitsa.
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